Inzwischen gibt es verschiedene Augensteuerungssysteme auf dem Markt und viele Hersteller von Kommunikationshilfen bieten auch Ansteuerungsmöglichkeiten über Eyetracking an.
So können inzwischen auch Menschen mit schweren motorischen Einschränkungen, zum Beispiel bei fortgeschrittener ALS oder MS Erkrankung oder schweren Körperbehinderungen nur über Blickbewegungen eine Kommunikationshilfe oder einen Computer steuern.
Häufig verwendet werden die Tobii Ceye / PCeye Augensteuerung oder der EyeTech Quick Glance Eyetracker.
Die Augensteuerung befindet sich in der Regel in einem Modul, das unter der Kommunikationshilfe oder unter dem Computer-Bildschirm angebracht wird.
In diesem Eyetracker befinden sich nicht sichtbare Infrarotlichter. Eingebaute Kameras beobachten das vom Auge, bzw. auf der Netzhaut reflektierte Licht und erfassen so die Augenbewegungen. Der Nutzer kann so nur über die Blickrichtung den Mauszeiger auf dem Bildschirm bewegen.
Die Auswahl von Feldern, bzw. der Mausklick erfolgt entweder über gezieltes Blinzeln oder über eine Verweildauer, das heißt eine festgelegte Zeit, die der Blick auf einem Feld verweilt. Verweildauer oder Blinzelzeit können individuell in Millisekunden eingestellt werden.
Damit das Augensteuerungssystem die über das Eyetracking erfassten Blickrichtungen zuverlässig in Mauszeigerbewegungen umsetzen kann, ist vor der ersten Benutzung eine einmalige Kalibrierung notwendig. Bei der Kalibrierung verfolgt der Nutzer mit dem Blick ein Objekt, das sich über den Bildschirm bewegt.
Bei den meisten Augensteuerungssystemen können verschiedene Benutzerprofile angelegt werden, so dass die Kalibrierung und Einstellungen für mehrere Benutzer gespeichert werden können.
Die Tobii Augensteuerung ermöglicht die Einstellung auf nur ein Auge oder die Brillenstärke. So ist Eyetracking auch für Brillenträger oder teilweise sogar für Menschen mit einer Fehlstellung der Augen (z.B. Schielen / Strabismus) möglich.
Hersteller von Augensteuerungssystemen für Kommunikationshilfen und PC